Abonnentinnen und Abonnenten dieser Dienstleistung sind im Notfall stets in guten Händen: nicht auf sich allein gestellt, falls etwas passiert. Ein beruhigendes Gefühl, sowohl für sie als auch für ihre Angehörigen. Mittels Alarmknopf am Sender können sie sofort um Hilfe bitten.
Sie installieren das Notrufsystem – und en passant geschieht noch viel mehr: Betreuerinnen und Betreuer des SRK-Notrufsystems erzählen von berührenden Begegnungen.
Verführung in Rosa
«Dass mir Kaffee angeboten wird, wenn ich bei einer Kundin ein Gerät fürs SRK-Notrufsystem installiere: Das kommt oft vor. Dass ich aber gefragt werde, ob ich ein Gläschen Rosé möchte: Das habe ich bislang einmal erlebt. So spontan und überraschend!
Ich fand das so herzig, dass ich am liebsten darauf eingegangen wäre. Doch die Vernunft sagte mir, dass ich das besser bleiben lasse, auch wenn Rosé mein Favorit ist. Denn ich war mit dem Auto unterwegs. Das war ohnehin eine aussergewöhnliche Begegnung mit dieser Frau. Obwohl wir uns nicht kennen (oder vielleicht gerade deshalb), erzählte sie mir aus ihrem Leben – auch von einem heftigen Schlag des Schicksals. Dass sie trotzdem heiter wirkte, beeindruckt und berührt mich. Ich staune immer wieder, wie es Menschen gelingt, trotz so Schwierigem optimistisch und zuversichtlich zu bleiben.»
Melanie Brügger (44) ist Mutter von zwei Buben. Sie hat ihre Grosseltern bis zu deren Tod betreut und ist seit letztem August für den SRK-Notruf im Einsatz.
Vergeblich gerufen «Manchmal muss – leider – erst etwas passieren, bevor man sich fürs SRK-Notrufsystem entscheidet. So war es auch bei einer Frau. Sie fiel um, schaffte es aber, zur Tür zu robben und um Hilfe zu rufen. Sie hörte, wie unten die Eingangstüre benutzt wurde. Es ist mir ein Rätsel, wieso man sie während Stunden nicht gehört hat, obwohl sie eine kräftige Stimme hat. Daran kann es also nicht gelegen haben, dass es so lange dauerte, bis endlich Hilfe kam: Schliesslich wurde sie von ihrer Nichte gefunden und ins Spital gebracht. Als die Frau wieder genesen war, nahm sie sich den Rat ihrer Nichte zu Herzen und entschied sich fürs Notrufsystem. Hätte sie es bereits gehabt, hätte ein Knopfdruck genügt – und sie hätte sich sofort Hilfe organisieren können.»
Marcella Schürch (39) ist Mutter von drei Kindern. Sie hat als junge Frau ein Jahr in einem Altersheim gearbeitet und mag ältere Menschen. Sie findet Seniorinnen und Senioren im besten Sinne unterhaltsam und ihre Geschichten spannend.
In genau einem Monat
«Manchmal kommt es vor, dass jemand näher am Sterben ist als am Leben – aber das Leben doch noch ruft, irgendwie. So war es bei einer Kundin, die mir gleich nach der Begrüssung erzählte, sie habe ihren Sterbetermin in einem Monat. Trotzdem war es ihr ein Anliegen, dass ich das Notrufsystem installiere. Sie sagte, sie wolle diese Unterstützung, weil sie immer wieder ohnmächtig werde und sich dann doch Hilfe holen wolle. Und das, obwohl sie den Tod ins Auge fasste. Diese Begegnung hat mich noch länger beschäftigt. Denn von aussen betrachtet sah die Frau recht gesund aus. Und warum Hilfe holen, wenn man sterben will? Sie hatte ihre Gründe. Vielleicht wollte sie so sicherstellen, dass sie ganz sicher an diesem Tag gehen kann und dass ihr noch exakt ein Monat mit ihrer Familie bleibt – und diese während dieser Zeit beruhigt sein kann.»
Gisela Jauch (58) ist zweifache Mutter und dreifache Grossmutter. Sie ist – nebst ihrem Engagement für den Notruf – Sachbearbeiterin beim Fahrdienst.
Wichtiger als der Pfarrer
«Ich war gerade bei einem Kunden, als dessen Telefon klingelte. Der Pfarrer war am Telefon. Es ging um die Abdankung der Frau des Kunden, die eben erst gestorben war. Ich traute meinen Ohren nicht, als der Kunde sagte: ‹Jetzt habe ich gerade keine Zeit. Der Mann vom Roten Kreuz ist da. Rufen Sie später an.› Dass er mich als wichtigere Person erachtete als der Pfarrer himself, das lässt mich schmunzeln.»
Hans Kunz (69) ist seit etlichen Jahren als SRK-Betreuer Notrufsystem im Einsatz und der einzige Mann im Team.
Lebhafte Familie
«Meist ist die Stimmung eher ruhig, wenn ich bei einer Kundin bin. Darum bleibt mir diese laute und lebhafte Familie besonders in Erinnerung, mit der ich mich in Italien wähnte: Es wurde laut gestikuliert und gesprochen. Noch lauter wurde es, als wir den Notruf ausprobierten: Gleich bei allen klingelte das Handy, zum Teil mehrmals – es wurde noch hektischer. So wurde klar, dass sich die Familie für jenes Modell entscheidet, bei dem zuerst die Notrufzentrale involviert ist – damit nicht gleich immer die ganze Familie in Aufregung gerät.»
Fabiola Gasser (53) arbeitet zusätzlich zum Notruf im Entlastungsdienst und bei der Kinderbetreuung RoKi.